Alpine Landschaft

Die alpinen Landschaften und Südtirols sind großteils naturnah und teilweise natürlich.

Der Schutz der Biodiversität in der alpinen Landschaft ist durch großflächige Natura 2000 Gebiete, die Alpenkonvention, die Biodiversitätskonvention, durch das Weltnaturerbe Dolomiten usw. geregelt.

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Alpine Landschaft mit Geröllferdern, alpinen Matten, Felswänden und Quellfluren

Viele Natura 2000 Gebiete in Südtirol garantieren den Schutz der alpinen Flächen, die meisten geschützten Flächen finden sich im alpinen Bereich. Der Nutzungsdruck durch die Erschließung mit touristischen Einrichtungen (Wintersport) nimmt weiter zu ebenso die Störung von Wildtieren in höheren Lagen durch Tourengeher, Bergsteiger, Paragleiter, Jäger usw.

Im alpinen Bereich ist die Biodiversität vor allem durch den Klimawandel in Gefahr. Der Rückgang der Gletscher, das Auftauen der Permafrostböden und die Veränderung der Vegetation im alpinen Bereich sind Veränderungen, welche feststellbar sind.

Die Fähigkeit der Natur sich zu regenerieren, ist im alpinen Bereich aber gegeben. Die Vegetationsstufen verschieben sich nach oben. Inwieweit alle Arten dieser „Wanderung nach Oben“ folgen können, wird die Zukunft zeigen.

Almen
Almen und die unberührte Natur der Berggipfel prägen die subalpine und alpine Landschaft Südtirols

Die alpine Stufe beginnt oberhalb der Baumgrenze. Diese Stufe ist gekennzeichnet von einer hochspezialisierten Tier und Pflanzenwelt. Alpine Rasen, die den Boden noch weitgehend geschlossen bedecken, sind Lebensraum für Schneehasen, Murmeltiere, Steinböcke, Gemsen, Schneehühner, den lebendgebärenden Alpensalamander, Alpenhummeln usw. Durch die Jagd werden Tierarten wie Schneehasen und Schneehühner in ihrem Bestand gefährdet. Die Unsinnigkeit der Jagd offenbart sich gerade in der Bejagung solcher seltenen, geschützten und schützenswerten Arten.

Schneehuhn
Alpenschneehuhn, Rote Liste: stark gefährdet. Im Jahr 2015 wurden über 200 dieser seltenen Hühnervögel von Jägern erlegt.

Die Rasen der alpinen Stufe werden in verschiedene Rasengesellschaften eingeteilt und sind in den Kalkalpen und den Zentralalpen unterschiedlich:

Kalkalpen: Rostseggenrasen (Caricetum ferrugineae), auf tiefgründigen Böden, Blaugras-Horstseggen-Rasen (Seslerio-Caricetum sempervirentis) auf flachgründigeren Böden, auf Felsen das Caricetum firmae. Besonders die auf Kalkböden ausgebildeten Rasen zeichnen sich durch Artenreichtum und Blumenreichtum aus.

Zentralalpen: Krummseggenrasen (Caricetum curvulae) dominierend und auf durch Beweidung entstandene Borstgraswiesen (Nardetum).

Lebensräume der alpinen und subalpinen Stufe sind geschützt durch die FFH-Richtlinie: z.B. 81 Geröll und Schutthalden, 8110 Silikatschutthalden der montanen bis nivalen Stufe (Androsacetalia alpinae und Galeopsietalia ladani), 8120 Kalk- und Kalkschieferschutthalden der montanen bis alpinen Stufe (Thlaspietea rotundifolii), 4070 Buschvegetation mit Pinus mugo und Rhododendron hirsutum (Mugo-Rhododendretum hirsuti), 6150 Boreo-alpines Grasland auf Silikatsubstraten, 6170 alpine und subalpine Kalkrasen

subalpine und alpine Landschaft, natürliche Krummholzzone mit Latschen und Almweiden nebeneinander
Auf die Waldgrenze in der subalpinen Stufe folgen häufig Almweiden, die natürliche Waldgrenze wird von der Krummholzzone- im Bild einzelne Latschen (Pinus mugo)- gebildet.

 

Vegetationsfreie Flächen, wie Block- und Schutthalden und Felswände, wechseln sich mit grünen Rasen ab. In kalten Mulden, in denen der Schnee lange liegen bleibt kommt es zur Ausbildung von Schneetälchen und auf dem Wind ausgesetzten Kanten die Gamsheide (Loiseloirea procumbens)

Auf die alpine Stufe folgt die nivale Stufe mit Gletschern und nur wenigen Arten, wie den Alpenmohn, welche unter diesen Umweltbedingungen überleben können. Diese Gletscher spielen eine wichtige Rolle als Wasserspeicher für die Versorgung der Bäche in heißen und trockenen Sommern.

Negativ auf die Artenvielfalt und das alpine Ökosystem wirkt sich der Wintersport aus, welcher sich seit 1960 Naturlandschaften bzw. naturnahe Kulturlandschaften verändert. Häufig führt der der Skipistenbau und die damit verbundenen Baggerarbeiten und Planierungen zur Zerstörung von Feuchtgebieten (z.B. Mooren), Zerschneidung von Lebensräumen der alpinen Fauna, Störung der Wildtiere im Umland, Erosion von Böden, Veränderung des Wasserhaushaltes, Zerstörung von subalpinen naturnahen Wäldern usw.