Trockenrasen

http://www.provinz.bz.it/natur-raum/themen/biotoptypen.asp

Im Eisacktal und im Etschtal sind Trockenrasen den Flaumeichenbuschwäldern vorgelagert. Auf meist stark besonnten, flachgründigen oder auch tiefgründigen Böden gedeihen Pflanzen, welche mit den extremen Umweltbedingungen auf den stark besonnten und sehr trockenen Standorten zurechtkommen. Der Boden kann sich im Sommer erwärmen und Temperaturen bis 60 °C erreichen. Diesen Umweltbedingungen trotzen spezilialiserte Pflanzen, z.B. behaarte oder sukkultente Pflanzen. Trockenrasen bieten Lebensraum für viele Tierarten, welche auf die verschiedenen Pflanzen spezialisiert sind und offene, trockene, heiße Flächen benötigen.

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Trockenrasen
Opuntien in einem Trockenrasen oberhalb von Burgstall. Diese Opuntien wurden gepflanzt. Die Opuntie ist seit über 100 Jahren verwildert und eine eingebürgerte Pflanze. Sie ist Teil der Flora Südtirols geworden. Die einheimischen Arten der Trockenrasen werden in der Regel von dieser Art nicht verdrängt.

Trockenrasen sind natürliche Wiesen. Nur selten bleibt in der Natur eine Fläche baumfrei. Im Fall von Trockenrasen in Südtirol hat man es mit einem Lebensraum zu tun, der natürlich baumfrei ist. Trockenrasen haben sich durch die jahrhundertelange extensive Beweidung flächenmäßig ausgebreitet. Heute sind diese Trockenrasen in Gefahr durch das Eindringen von invasiven Neophyten/Arten, wie dem Götterbaum, der Robinie oder der Kanadischen Goldrute.
Die Trockenrasen sind Lebensraum für Kleinstlebewesen, Käfer, Schmetterlinge, Wildbienen (z.B. Sandbienen), Hummeln, Vögel, Reptilien usw. Vielfach sind die Tiere auf bestimmte Arten spezialisiert, sie brauchen eine bestimmte Pflanzenart zur Vermehrung oder als Futter. Das Verschwinden einer Pflanzenart führt dadurch auch zum Verschwinden von Tierarten. Negativ auf Insekten wirkt sich die Abdrift durch die Apfelmonokulturen des Talbodens aus. Da die Insekten in der Nahrungskette eine entscheidende Rolle spielen, wirkt sich die Abdrift dadurch auch auf die Vogelwelt aus.

Der Schutz der natürlichen Trockenrasen Südtirols und der durch extensive Beweidung geschaffenen sekundären Trockenrasen ist eine große Herausforderung. Die Biodiverstitätskonvention fordert die Politik und die Gesellschaft auf, aktiv zu werden und für den Erhalt der Biodiverstität Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehört vor allem auch die Überführung von unnatürlichen Schwarzföhrenaufforstungen im Vinschgau in natürliche Flaumeichenwälder, welche mit Trockenrasen verzahnt sind.
Die Trockenrasen in Südtirol (nach FFH-Richtlinie prioritär zu schützende Lebensräume) sind von großer Bedeutung, international, national und lokal. Natura-2000 Gebiete wurden im Vinschgau ausgewiesen, in denen der Naturschutz und der Erhalt der Artenvielfalt die prioritären Nutzungen sind und die Provinz Bozen zum Schutz der Flächen verpflichtet ist. Eine Verschlechterung darf nicht stattfinden.
Solche Natura-2000 Gebiete (FFH- Richtlinie) sind das Biotop Tartscher Leiten und das Biotop Sonnenberg.
Südtiroler botanische Kostbarkeiten in den Trockenrasen sind z.B. die Federgräser (Stipa sp), Zwerg-Heideröschen (Fumana procumbens) und die gelbe Schafgarbe (Achillea tomentosa). Viele Arten der Trockenrasen stehen auf der Roten Liste.
In Schlanders wächst am Sonnenberg das Schweizer Meerträubel (Ephedra helvetica). Diese Pflanze, die aussieht wie ein Schachtelhalm, ist leicht zu übersehen, aber wie jede Tier und Pflanzenart einen genaueren Blick wert.
http://www.florafauna.it/index.jsp?project=florafauna&view=BOT&locale=de

Die inneralpinen Trockenrasen des Vinschgaus beherbergen auch Endemiten, das sind Arten, die es nur auf einer bestimmten Stelle örtlich begrenzt gibt. Die inneralpine Trockenvegetation wurde von Braun-Blanquet bereits in den 1950er Jahren untersucht und die Trockenrasenvegetation des Vinschgaus erstmals vegetationsökologisch beschrieben.