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Fauna

Genaue Zahlen über die auf der Erde lebenden Tierarten gibt es nicht und wird es auch in näherer Zukunft nicht geben, da man spätestens bei Bakterien auf große Wissenslücken stößt (Schätzungen gehen von einer Milliarde Bakterienarten aus).

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Insekten sind die artenreichste Tiergruppe

Für viele Tiergruppen gibt es genaue Artbeschreibungen und Artenzahlen. Weltweit gibt es 32.000 Fischarten im weitesten Sinn und 11.121 Vogelarten. Am artenreichsten sind die Insekten und die Spinnentiere mit 2 Millionen Arten. Weichtiere (Muscheln, Schnecken usw) sind ebenfalls  mit 110.000 Arten eine sehr artenreiche Gruppe. Säugetiere gibt es weltweit 5500 Arten. Die Artenvielfalt auf unserem grün- blauen Planeten ist groß und die Biodiversität der Erde ist in Gefahr: Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Rodung von Wäldern, Verschmutzung der Meere und Urbanisierung belasten die Erde,

 

Viele Tierarten sind gefährdet und die Artenvielfalt nimmt ab: „The bad news, however, is that biodiversity is declining. Currently there are more than 91,520 species on The IUCN Red List, and more than 25,820 are threatened with extinction, including 41% of amphibians, 34% of conifers, 33% of reef building corals, 25% of mammals and 13% of birds.“

Die Rote Liste der IUCN ist ein „Barometer des Lebens“ und in der Roten Liste sollen bis 2020 mindestens 160.000 Arten  behandelt werden. Heute sind über 25.000 Arten auf unserem Planeten vom Aussterben bedroht. Die vom Aussterben bedrohten Arten setzten sich aus folgenden Tiergruppen zusammen:

  • 41% der Amphibienarten
  • 25% der Säugetierarten
  • 13% der Vogelarten

In Österreich sind von den Wirbeltieren 47 Arten, das sind 10% der Wirbeltiere, in der Kategorie vom Aussterben bedroht geführt, mit einer Aussterbenswahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten Jahre von über 50%. Laut Rote Liste der Schweiz in der Fassung von 1994 (wurde inzwischen für einige Tiergruppen überarbeitet) sind insgesamt 41% der Tierarten gefährdet (Kat. 0-3). Der Prozentsatz ist bei den Wirbeltieren höher als bei den Wirbellosen. Spitzenreiter sind die Amphibien und Reptilien, mit 95% bzw. 80% gefährdeten Arten, über deren Lebensweise, Verbreitung und Gefährdungsursachen wir recht gut Bescheid wissen. Trotzdem sind gerade Amphibien und Reptilien immer noch gefährdet und in Südtirol sterben die letzten Laubfrösche aus (http://biodiversitaet.bz.it/2017/12/09/froesche/).

Bis 1995 wurden in Südtirol rund 14.700 Tierarten nachgewiesen, davon gehörten 7.585 Arten zu den beiden Ordnungen Käfer und Schmetterlinge und 494 Arten zu den Wirbeltieren (Reptilien, Amphibien, Fische, Vögel, Säugetiere).

41 % der Tierarten Südtirols sind gefährdet. Über die Ursachen der Gefährdung und den Gefährdungsgrad gibt die Rote Liste Auskunft.

Rote Liste Tierarten Südtirol Gefährdungsursachen:

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Monokultur von Obstplantagen

Auswertung der Gefährdungsursachen in Südtirol: Nahezu die Hälfte aller Tierarten, die in der Roten Liste Südtirols aufscheinen, ist durch die Zerstörung der Lebensräume gefährdet.

Rund 40 % der in der Roten Liste aufgenommenen Arten werden durch die so genannte „Intensivbewirtschaftung“ (Monokulturen, Düngung, Entwässerung, Pestizide) verdrängt.

  1. Fast ein Drittel der Tierarten der Rote Liste ist von der Einengung ihrer Lebensräume, durch Verbauung und Verkehrserschließung betroffen.
  2. Ein Fünftel der Arten leidet unter Wasserverschmutzung, Ableitungen und wasserbaulichen Maßnahmen.

Darüberhinaus ist die Artenvielfalt durch neue Arten gefährdet, welche heimische Arten verdrängen oder sogar Ökosysteme verändern. Invasive Neobiota sind eine Gefahr für die Biodiversität. Mehr dazu auf http://biodiversitaet.bz.it/invasive-neobiota/

Beiträge zu einigen Tiergruppen, ihre Gefährdung und ihre Funktion im Ökosystem:

4_Raufußkauz schaut aus Spechthoehle

Über Vögel, Vogelschutz und Bedeutung Vögel im Ökosystem: http://biodiversitaet.bz.it/2018/07/14/voegel-in-suedtirol/

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Schmetterlinge und ihre Gefährdung: http://biodiversitaet.bz.it/2017/12/01/schmetterlinge/

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Beitrag zu Fischen und den genetischen Niedergang der Süsswasserfische durch Fischbesatz: http://biodiversitaet.bz.it/2017/11/29/fische/

Einst häufige Dohlenkrebse in den Gewässer sind auf wenige Restpopulationen geschrumpft und trotz zahlreicher Wiederansiedlungen in Gewässern immer noch gefährdet: http://biodiversitaet.bz.it/2017/05/30/dohlenkrebse-die-letzen-populationen/

Über die Rückkehr des Wolfes und die erfolgreiche Erhaltung der Braunbärenpopulation im Naturpark Ademello Brenta:  http://biodiversitaet.bz.it/2017/02/27/rueckkehr-des-wolfes/ und http://biodiversitaet.bz.it/2017/02/24/baeren-in-suedtirol/