Wärmeliebende Laubwälder mit Eichen und Mäusedorn

Lebensraum Wald

Titelbild: naturnaher Traubeneichenwald mit Mäusedorn im Montiggler Wald

Der naturnahe und natürliche Wald ist für die Biodiversität von zentraler Bedeutung: als Ökosystem Wald mit der genetischen Vielfalt an natürlich vorkommenden Tieren, Pflanzen und Pilzen.

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Natürliche Wälder sind in Europa nur mehr spärlich vorhanden. Im Nationalpark Bayrischer Wald in Deutschland wird versucht, durch Prozessschutz einen natürlichen Wald entstehen zu lassen. In Österreich beherbergt der Nationalpark Nördliche Kalkalpen natürliche Buchenurwälder. In Südtirol sind nur 5 % des Waldes als

natürlich eingestuft worden.

Der Wald trägt durch ökosystemare Funktionen zur sozio-ökonomischen Entwicklung der Gesellschaft bei.

  • Wälder dienen als Wasser- und Kohlenstoffspeicher
  • Schutzfunktion: Wälder dienen dem Erosionschutz. Der Wald schützt vor Naturgefahren (Lawinen, Steinschläge, Muren usw). 58% der Wälder Südtirols üben Schutzwirkung vor Naturgefahren aus. 24% der Wälder fallen in die Kategorie „Objektschutzwald“, sie schützen Siedlungen und Verkehrsinfrastrukturen vor Erdrutschen, Lawinen usw.
  • Wälder dienen der Erholungsnutzung, Freizeitnutzung, Tourismus und damit der sozio-ökonomischen Entwicklung des Landes.
  • Forstwirtschaft: Der Wald versorgt die Forstwirtschaft mit dem Rohstoff Holz und liefert Material zur Energieerzeugung.

Südtirol  beherbergt viele verschiedene Waldtypen, in Abhängigkeit von Klima, Geomorphologie und Natürlichkeit. Die Waldtypen können pflanzensoziologisch eingeordnet werden. Es gibt Waldtypen, die als Lebensraum für spezialisierte Tiere und Pflanzen besonders wichtig sind, wie z.B. Auwälder, Flaumeichenwälder, feuchte Schluchtwälder usw. Einige Waldtypen sind auch in der FFH-Richtlinie als prioritär zu schützende Lebensräume angeführt. Für die Biodiversität der Arten und die Biodiversität der Ökosysteme ist der Schutz und Erhalt der Wälder von zentraler Bedeutung.

Südtirols Urwälder, Hopfenbuchenwald auf Felsen
Wälder auf unzugänglichen Felsen sind oft natürliche Wälder

Natürlichkeit (Hemerobie) der Südtiroler Wälder:

30% naturnah

5% natürlich

41 % nehmen mäßig veränderte Wälder ein

22% stark verändert

2% künstlich

Zur Bestimmung der Natürlichkeit des Waldes wurde bestimmte Parameter, wie Totholzanteil, Naturnähe der Baumarten und der Krautschicht, der Bestandsaufbau usw. untersucht.

Leben im Totholz und in absterbenden Bäumen:

In natürlichen Wäldern sterben Bäume altersbedingt irgendwann ab. In Wirtschaftswäldern werden Bäume schon in jungen Jahren gefällt und erreichen nicht die senescente Phase. Totholz in Wäldern ist für eine Vielzahl an Käferarten (xylobionten) Arten Lebensraum. Holzbienen legen Nester in totem Holz an und auch einige Wespenarten sind auf Totholz angewiesen. Zahlreiche Pilzarten, Moose und Flechten leben von und auf Totholz. Stehende absterbende und geschwächte Bäume bieten vielen Vogelarten Nistmöglichkeiten und Nahrung (z.B. Spechte).

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Pilze auf Totholz
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Fraßgänge von Insekten im Totholz
Totholz
liegender Baum, Totholz

Totholz am Waldboden wird durch Pilze, Mikrooranismen und Insekten zersetzt. Holz baut sich im Gegensatz zu Blättern relativ langsam ab. Der Waldboden mit seiner hohen biologischen Aktivität lebt von organischem Material (Blätter, Holz, Früchte usw), das zu Boden fällt und abgebaut wird. Ein umgeworfener Baum, Totholz, ist die Basis für neues Leben. Totholz bedeutet Leben. „Aufgeräumte“ Wälder sind dagegen tot.

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toter, aufgeräumter Wald
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Wälder sind Lebensraum zahlreicher Pilzarten

Natürliche Waldtypen Südtirols:

In der planaren und kollinen Stufe (bis ca 800m): Auwälder (Weichholz- und Hartholzauwälder), Laubwälder, Flaumeichenbuschwald und Hopfenbuchen-Mannaeschenwald (mehr zu Auwäldern auf http://biodiversitaet.bz.it/baeche-und-seen/)

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Leberblümchen, Art der Laub- und Laubmischwälder

 

In der montanen Stufe/ Bergstufe (ca. 800 bis 1500): Fichtenwälder, Föhrenwälder, Edellaubwälder (Laubwälder, Grauerlenauwälder, Schluchtwälder), Eichen-Föhrenwälder, Fichten-Buchen-Tannenwald

Wald mit Föhren und Buchen
Bergstufe mit einem von Buchen und Föhren dominierten Wald. Reine Laubwälder sind in Südtirols Bergstufe selten, da Nadelgehölze forstwirtschaftlich gefördert werden.

In der subalpinen Stufe (ca. 1500 bis 2200m): subalpine Fichtenwälder, Lärchenwälder, Zirbenwälder.

Im Zuge der Waldtypisierung wurden 111 verschiedene Waldtypen beschrieben. Dabei wurden 1113 Pflanzenarten pflanzensoziologisch aufgenommen, darunter 49 Baumarten und 23 Kleingehölze. Insgesamt wurden bei den Untersuchungen 173 Moosarten festgestellt.  Südtirols Wälder weisen eine große Vielfalt auf, drei verschiedene Eichenarten (Traubeneiche, Flaumeiche und Stieleiche) wurden bei der Waldtypisierung festgestellt. Es gibt auch einige mediterrane Steineichen (Quercus ilex) in Südtirol. Diese typisch mediterranen Bäume erreichen die Nordgrenze ihrer Verbreitung am Gardasee. Die Stiel-Eiche (Quercus robus) gehört zu den natürlich vorkommenden Baumarten Südtirols, ist aber sehr selten und in der Roten Liste als gefährdet eingestuft. 

Selten kommt die gewöhnliche Stechpalme (Ilex aquilegifolium) im Unterland vor, sie ist gefährdet.  Der Waldtyp Hopfenbuchenwald mit Stechpalme kommt nur bei Salurn vor. Selten sind auch Elsbeere (Sorbus tormialis) und Speierling (Sorbus domestica).

2 Hopfenbuchen-Mannaeschenwald, Flaumeichenbuschwald, Föhrenwald
Verschiedenen Waldlebensräume/Waldtypen: artenreiche Flaumeichenbuschwald, der mit Trockenrasen verzahnt ist und Hopfenbuchen-Mannaeschenwald. Oben am Berg sieht man einen Föhrenwald, der in der montanen Stufe vorkommt.

Die Erhaltung der Wälder ist durch die FFH-Richtlinie verbindlich geregelt.Die Waldtypisierung hat Handlungsempflehlungen für die Wälder geliefert und auch jene Waldtypen herausgefiltert, welche von naturschützerischen Interesse sind, z.B. der bodenbasische Fichten- Tannen- Buchenwald mit Zahnwurz, welcher zu den Illyrischen Buchenwäldern gehört, ein FFH- Lebensraum (Code 91K0). Die Vinschgauer Flaumeichen- Kiefernwälder (Waldtypisierung Code EK3) beherbergen auch die typischen Vinschgauer Trockenrasenarten, wie Astragalus excapus.

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Vinschgauer Flaumeichen- Kiefernwald

  

Die Verbissschadensproblematik betrifft viele Waldtypen, südexponierte Laubwälder, welche im Winter als Unterstand für Wild dienen oder subalpine Schutzwälder, welche durch Verbiss von Wild- und Weidetieren die natürliche Waldverjüngung beeinträchtigen.

verbiss tanne
Jungtanne mit Verbissschaden

Durch die Jagd wurden Tiere wie der Bär und der Wolf ausgerottet. Diese Tiere spielen  im Ökosystem Wald eine wichtige Rolle. Die Anzahl der Hirsche und Rehe ist in Wäldern ohne natürliche Feinde  höher als in natürlichen Waldökosystemen. Die großen Carnivore sind im Sinne der Biodiversitätskonvention zu fördern, da sie am besten in der Lage sind, die Populationen von Hirschen und Rehen zu regulieren. Sie selektieren alte und schwache Tiere und reduzieren die Anzahl der Beutetiere auf natürliche Art und Weise (trophische Kaskade). Sie sind unverzichtbar für den Wald als natürliches Ökosystem und ein notwendiges Glied in der Nahrungskette des Waldes.

Wolf: http://biodiversitaet.bz.it/2017/02/27/rueckkehr-des-wolfes/

Bär: http://biodiversitaet.bz.it/2017/02/24/baeren-in-suedtirol/

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wärmeliebende Flaumeichenwälder

Vögel wie der Eichelhäher, der in Südtirol jagbar ist, spielen für Eichenwälder eine wichtige Rolle, denn sie sammeln Eicheln und graben diese ein. So fördern sie die Ausbreitung und Verjüngung der Eichen. Die Eiche, von der es in Südtirol drei verschiedene Arten gibt, ist für die Biodiversität von besonderer Bedeutung, z.B. für das Vorkommen des Hirschkäfers und anderer Bockkäferarten. Spechte suchen unter der Rinde und im Stamm von kranken und absterbenden Bäumen nach Käfern und Käferlarven. Sie legen Bruthöhlen in alten Bäumen an, welche wiederum anderen Höhlenbrütern, wie Kauzen oder Meisen als Bruthöhle dienen. Von ihrer Anwesenheit hängen andere Arten ab. Der Nutzen von alten absterbenden Bäumen für den Wald als Lebensraum für Spechte und dadurch für andere Vogelarten ist von großer Bedeutung für den Wald.

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Schwarzspecht: Rote Liste potentiell gefährdet
6_Schwarzspecht Nahrungsloecher
Nahrungslöcher des Schwarzspechtes in einer alten Fichte in einem Nadelwald

Mehr zum Thema Vögel auf http://biodiversitaet.bz.it/2018/07/14/voegel-in-suedtirol/

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subalpine Lärchenwälder

Der naturnahe und natürliche Wald ist durch die optimale Anpassung an die Standortfaktoren am besten in der Lage, Ökosystemleistungen zu erbringen. Die natürliche Artenvielfalt der Waldökosysteme und Waldtypen ist von zentraler Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt.

Hangsicherung auf Kosten der Natur

Hangsicherungsarbeiten gehen oft auf Kosten des Waldes: ein natürliche Flaumeichenbuschwald wird mit diesen Arbeiten zerstört.

gepflanzte Lärchen in den Hopfenbuchen- Mannaeschenwäldern
Laubwälder (Flaumeichenbuschwald und Hopfenbuchen-Mannaeschenwald) wurden mit Lärchen und Douglasien bepflanzt- die Natürlichkeit der Artenzusammensetzung nimmt ab.

Stark veränderte Wälder und künstliche wurden nicht nachhaltig genutzt, ebenso die mäßig veränderten Wälder. Bei der Waldtypisierung werden Robinienwälder nicht erwähnt, da es sich dabei nicht um natürlich vorkommende Waldtypen handelt. Robiniengebüsche ersetzten relativ häufig naturnahe Laubwälder der niederen Lagen und dringen auch in Föhrenwälder ein.

In der Vergangenheit dienten Wälder als Weiden, Blätter wurden als Einstreu verwendet, große Waldflächen wurden gerodet usw. Dabei bildeten sich auch sehr artenreiche und für den Erhalt der Biodiversität schützenswerte Lebensräume aus, wie etwa Lärchenwiesen in den höheren Lagen oder Kastanienhaine in den niederen Lagen. Demgegenüber ist der Großteil des Südtiroler Waldes nicht naturnah, weniger als 35 %. Der Wald wurde und wird intensiv genutzt und es gibt in Südtirol keine großen Naturwaldreservate. Nicht nachhaltig bewirtschaftet wurden Wälder am Vinschgauer Sonnenberg. Alte Schwarzföhrenaufforstungen am Vinschgauer Sonnenberg oder die Förderung der Fichte oder gar Fichtenmonokulturen sind nicht Zeugnis einer naturnahen und naturschonenden Bewirtschaftung. Forstschädlinge können in solchen Wäldern auftreten (z.B. Kiefernprozessionsspinner in Schwarzföhrenforsten und Borkenkäferkalamitäten in Fichtenforsten). Der Kiefernprozessionsspinner befällt vor allem die unnatürlichen Schwarzföhren im Vinschgau und wird dort intensiv bekämpft. Der Schädling ist die Folge einer nicht- nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Auch massiver Borkenkäferbefall in Fichtenwäldern macht deutlich, dass der Wald nicht natürlich ist und nicht nachhaltig genutzt wurde. Häufig dominieren Fichten auf Flächen, welche eigentlich Laubwälder oder Mischwälder wären. Der Borkenkäfer, ein natürlich vorkommendes Insekt, kann sich massenhaft ausbreiten, gerade in warmen Sommern. Der Borkenkäfer hat im Ökosystem Wald die Funktion, Holz abzubauen. Geschwächte Bäume werden von Insekten befallen, wie eben dem Borkenkäfer. Diese Insekten sind sogenannte Destruenten  und spielen im Stoffkreislauf (Abbauende Prozesse) des Waldes eine zentrale Rolle. Wenn es die abbauenden Prozesse und die verschiedenen Arten von Destruenten (Pilze, Tiere) nicht geben würde, dann würde Holz und Laub im Wald nicht abgebaut. Wie Wälder aussehen, in denen  Abbauprozesse nicht funktionieren, zeigen die Schwarzföhrenwälder im Vinschgau. Die Nadeln der Schwarzföhren bilden eine dicke Schicht unter den Bäumen und werden nur schwer abgebaut. 

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naturnaher Föhrenwald am Vinschger Sonnenberg bei St. Martin am Kofel mit Trockenrasen im Bild links unten

Im Sinne der Biodiveristätskonvention ist der Wald nachhaltig zu bewirtschaften. Dies bedeutet die natürliche Strukturierung (Totholz, Naturverjüngung) und die natürliche Artenzusammensetzung (Natürlichkeit der Kraut-, Strauch-, Baumschicht) zu fördern. Dabei muss auf den entsprechenden Waldtyp eingegangen werden.

Dieser Wald ist forstwirtschaftlich verändert. Die Fichte wurde gefördert und Laubbaumarten fehlen. Junge Buchen wachsen heran, alte Buchen fehlen.
Dieser Wald ist forstwirtschaftlich verändert. Die Fichte wurde gefördert und Laubbaumarten fehlen. Junge Buchen wachsen heran, alte Buchen fehlen.

 

In Bezug auf die Biodiversität defizitäre Wälder: Robinienbestände (Robinie ist ein invasiver Neophyt), Fichtenmonokuluren usw. müssen in naturnahe Wälder überführt werden um der Biodiveristätskonvention gerecht zu werden. Dabei ist ein schonender Umgang mit dem Lebensraum Wald, dem Boden, den Pflanzenarten und den darin vorkommenden Tieren sicherzustellen.

Die weitere Ausbreitung sollte verhindert werden und alte Robinienwälder könnten durch gezielte Pflanzung von Arten der Klimaxgesellschaft des entsprechenden natürlichen Waldtyps in Angriff zu nehmen.

Robinie und Götterbaum- zwei invasive Baumarten, welche in natürliche und naturnahe Lebensräume eindringen:

Die Robinie stammt aus Amerika und wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts nach Europa eingeführt. Die Robinie dringt häufig in Magerrasen und trockene Wälder (Flaumeichen- und Hopfenbuchenwälder), Steppen-Trockenrasen, Schlucht- und Hangmischwälder. Die Sämlinge der Robinie wachsen mehr als 1 m pri Jahr und beim Fällen von Robinien kann der Baum aus dem Wurzelstock bis zu 5 m pro Jahr austreiben. Er vermehrt sich über Samen und vegetativ sehr stark über Wurzelbrut. Eine Besonderheit des Baumes ist, dass er Luftstickstoff binden kann und damit natürlich Stickstoff-armen Boden überdüngt.

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Götterbaumschosse dringen in naturnahe Hopfenbuchenwälder ein

Götterbaum: Der Götterbaum stammt aus China und wurde um Mitte des 18. Jahrhunderts nach Europa eingeführt. Er dringt in urbane Gebiete vor und in der Natur dringt er in Magerrasen, Felsfluren, Auwälder und Trockenrasen vor. Die Sämlinge wachsen ca 1 m pro Jahr und vegetativ vermehrt er sich sehr stark durch Triebe aus der Wurzel, welche bis 3 m pro Jahr in die Höhe schnellen können. Er gibt Substanzen in den Boden ab, die anderen Pflanzen schaden (Allelopathie).

Traditionell werden Südtirols Laubwälder der niederen Lagen (v.a. Hopfenbuchen-Mannaeschenwald) durch Niederwaldwirtschaft bewirtschaftet. Nach ca. 25 Jahren wurden die Bäume auf den Stock gesetzt, und die Bäume treiben wieder aus. Durch derartig kurze Umtriebszeiten sind Eichen aus den Niederwäldern verschwunden. In Niederwäldern wachsen die Bäume nicht einstämmig, wie von der Natur vorgesehen, sondern mehrstämmig. Heute ist diese traditionelle Bewirtschaftungsform nicht mehr mit dem Erhalt der Biodiversität vereinbar, da dadurch auch die Einwanderung von Robinien und Götterbäumen gefördert wird. Im Gemeindewald von Gargazon wurden dazu Untersuchungen gemacht und auf frischen Schlagflächen wuchern viele junge Götterbäume, welche in den alten Waldbeständen nicht vorkommen. Die Robinie dominiert bereits große Teile des Gargazoner Gemeindewaldes. 

Klimaxgesellschaft, Sukzession:

Zur einfachen Erklärung dieser Begriffe ein Beispiel:

Auf 1000 m Seehöhe steht ein Fichtenwald. Die Bäume werden durch einen Kahlschlag gefällt. Dadurch ist die Krautschicht des Bodens der Sonne ausgesetzt. Die Arten der Krautschicht sind aber Schattenpflanzen. Die Schattenpflanzen sind am Licht nicht konkurrenzfähig und dadurch verschwinden sie. Es breiten sich andere Arten aus, z.B. Hochstauden wie Himbeeren oder Weidenröschen. Diese Hochstaudenflur hält sich mehrere Jahre und erst nach und nach kommt es zur Wiederbewaldung und schlussendlich erst nach Jahrzehnten zur Ausbildung eines geschlossenen Fichtenwaldes (= Klimaxgesellschaft).

Die Sukzession bezeichnet die Veränderung des Waldes von der Hochstaudenflur zum Fichtenwald.