Biodiversität

Wie kann jeder Einzelne einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und dem Schutz der Ökosysteme leisten?

Natürliche Ressourcen (Wasser, Boden, Luft, Rohstoffe, Artenvielfalt) sind die Lebensgrundlage auf unserem Planeten. Der wachsende Konsum und damit Verbrauch dieser Ressourcen bringt die Erde jedoch an den Rand ihrer Tragfähigkeit. In den entwickelten Ländern leben wir über unsere Verhältnisse. 

Tropische Regenwälder werden gerodet und zu Soja- oder Palmölplantagen, welche die Lebensmittelindustrie mit Rohstoffen versorgt. Die Tiere der Bauern und Agrarier Europas werden mit Kraftfutter aus anderen Kontinenten gemästet und landen als Billigfleisch in Einzelhandel. Der Verzicht auf Fleisch, die vegetarische Ernährung ist ein Beitrag, zum Erhalt der Biodiversität.

Die industrialisierte, konventionelle Landwirtschaft ist der Hauptverursacher für den Biodiversitätsverlust in Kulturlandschaften Europas. Ob Pestizide, die in Gewässer gelangen oder die Verseuchung von Grundwasser durch Nitrat- die negativen Einflüsse sind gravierend. Die biologische Landwirtschaft setzt nicht massiv Pestizide ein und nimmt Rücksicht auf die natürlichen Lebensgrundlagen. Beim Einkauf sollte daher biologisch angebauten Lebensmitteln der Vorzug gegeben werden.

Im Bereich Klimaschutz und Schutz der Fauna ist z.B. der Verzicht auf den Gebrauch von Autos eine Möglichkeit. Je seltener die Autos bewegt werden, desto besser.

Gartenpraxis:

Einen sichtbaren und sinnvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt kann jeder leisten, indem er in seinem Garten der Natur Raum gibt.

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Rollrasen: Defizit an Biodiversität

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Blumenwiese: Biodiversität

Durch die Naturgartenpraxis: nicht mit exotischen Pflanzen, sondern mit einheimischen Arten, auch solche, welche sich spontan entwickeln und oft als Unkraut bezeichnet werden, kann man der Natur helfen. Der eigene Garten oder der Balkon können Lebensraum für die natürlich vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sein.

Trockenstandorte
Trockenlebensraum im Garten: Andorn, Feigenkaktus und Berglauch wachsen auf flachgründigem Boden- Steine bieten Tieren wie Mauereidechsen einen Lebensraum im Garten

Eine vielfach unerwünschte Pflanze, wie die Brennessel ist nicht nur ein schmackhaftes Wildgemüse, sondern auch Nahrungspflanze für viele Tagfalterarten, welche das Auge und die Sinne erfreuen. Die Rindenmulch- und Rollrasenkultur in den Gärten trägt nicht zur Förderung der Biodiversität bei, sondern erreicht das genaue Gegenteil: das Ende der Biodiversität mit all den negativen Begleiterscheinungen für die Artenvielfalt und einen hohen Ressourcenverbrauch.

Wildpflanzenstauden
Wildstaudenbeet mit Königskerze, Johanniskraut, Kamille und Blutrotem Storchschnabel

Für den Naturgarten ist es nicht notwendig, alles zuwuchern zu lassen, sondern man kann den Garten naturnah gestalten. Einen Rasen weniger oft mähen, ein Gartenteich ohne Fische, ein kleiner Steinhaufen oder ein Nistkasten sind Schritte in die richtige Richtung: der Natur Platz geben und die Natur gedeihen lassen, ein Beitrag zur Biodiversität im Garten oder auf dem Balkon.

Trockensteinmauern, Steinhaufen oder Steingärten schaffen ein Mikroklima, das Tieren wie der Mauereidechse einen Lebensraum bietet.

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Durch den Nutzgarten: Ein Gemüsegarten versorgt nicht nur mit frischen Gemüse, sondern kann auch zum Erhalt der Biodiveristät der Kultursorten einen Beitrag leisten, indem man dort alte Sorten vermehrt und anbaut. Durch den Anbau von Gemüse und Obst im eigenen Nutzgarten entfallen weite Transportwege, wie sie für gekaufte Lebensmittel typisch sind.

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Bild: verschiedene Sorten Auberginen

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Bild: Gemüsegarten

Gemüsegarten