Renaturierung und dann…

Beispiel für die Schaffung von neuen Überflutungsflächen:

Im Natura 2000 Gebiet Falschauermündung wurde eine Fläche im Jahr 2013 revitalisiert bzw. renaturiert. Auwald wurde gerodet und eine neue Sukzessionsfläche geschaffen. Auf der gerodeten Fläche wurden Erlen gepflanzt, daneben stellte sich gestörte Ruderalvegetation und Neophyten ein. Die Neophyten (Robinien) wurden intensiv mechanisch bekämpft.

Das Baumwachstum setzte nach der Störung des Standortes schnell ein, einige Robinien und einige Pappeln trieben aus.

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Zwei Jahre nach der Rodung des naturnahen Silberweidenauwaldes sticht eine Robinie und eine Pappel zwischen dem Unkraut (dominierend Weißer Gänsefuß) hervor.

Die Robinie ist ein invasiver Neophyt und die Weltnaturschutzorganisation IUCN wies 2014 darauf hin:

 “Invasive alien species are recognized as the second largest drivers of biodiversity loss worldwide”

Durch Renaturierungen werden Ruderalflächen geschaffen, auf denen invasive Neophyten vordringen können. An der Falschauer sind Robinien allgegenwärtig und besiedeln die Flächen. Nur durch eine massive Bekämpfung auf der revitalisierten Fläche ist es gelungen, die Art von der Fläche zurückzudrängen.

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Boden der renaturierten Fläche mit kleinen Pappeln, Robinien und Unkräutern.

 

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Ausschnitt mit einem Blasenstrauch und mehreren Robinien am Ufer

Arten der ruderal- gestörten Flächen sind vorherrschend. Es handelt sich um eine von Chenopodium album (Weißer Gänsefuß), eine Charakterart der Ruderalgesellschaften und der Acker- und Garten-Beikraut-Gesellschaften (Chenopodietea). Allgemein zu Ruderalvegetation auf Wikipedia: „Ruderalvegetation (von lateinisch rudus ‚Schutt‘) wird die Pflanzenwelt von menschlich tiefgreifend überprägten Standorten genannt, deren Zusammensetzung nicht vom Menschen beabsichtigt wurde, sondern die sich entweder auf ungenutzten bzw. brach gefallenen Flächen von ihm unbeachtet, oder auf devastierten, übernutzten oder vegetationsfrei gehaltenen Böden gegen seinen Willen einstellt.“

Störungen durch Renaturierungen bedingen häufig, dass Ruderalgesellschaften auftreten, auch am Vorzeigeprojekt Mareiter Bach wurden sie festgestellt.

Entvitalisierung:

Die revitalisierte Fläche liegt höher als der ursprüngliche Auwald. Die Mittelwassermarke ist am Ufer als Linie erkennbar. Hochwässer sind an der Falschauer sehr selten und die Fläche wurde seit der Renaturierung noch nie von einem Hochwasser überflutet. Der ursprüngliche Auwald (links vorne) war tiefer gelegen als die aufgeworfene neue Schotterfläche. Bei den im Bild sichtbaren holzigen Gewächsen auf der Schotterfläche handelt es sich um gepflanzte Erlen.

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Linie am Ufer markiert den Wasserstand bei mittleren Hochwässern, die revitalisierte Fläche wird nicht überschwemmt. Ursprünglicher Auwald rechts im Bild, der tiefer liegt.

 

Im Jahr 2017: Inzwischen ist die Fläche wieder bewaldet, vor allem mit Pappeln. Die Bekämpfung der Robinien war erfolgreich die Pflanzung von Erlen hat nichts gebracht, sie sind nicht gewachsen. Der junge Pappelwald ist von einem naturnah-strukturierten Auwald, mit alten Bäumen und einer Strauch- und Krautschicht noch weit entfernt. Die Arbeiten waren unnütz und haben den Wald degradiert.