Rückkehr des Wolfes

Art: Wolf (Canis lupus lupus)

Südtirols Wölfe sind dem Italienischen oder Apeninwolf zuzuordnen, der kleiner ist als seine Verwandten und auch in kleineren Rudeln lebt.

Schutz:

streng geschützte Art in Italien seit 1976
Flora-Fauna-Habitatrichtlinie, Anhang II und Anhang IV: streng geschützte Art
Berner Konvention: streng geschützte Art


Lebensraum und Verbreitung

Der Italienische Wolf wurde, wie die anderen Populationen des Wolfs auch, vom Menschen bejagt und in weiten Teilen Europas ausgerottet.

Aufgrund der Jagd stand der Italienische Wolf um 1970 kurz vor der Ausrottung, nur an die 100 Tiere haben um 1970 im Nationalpark Abruzzen überlebt. Daher wurde der Wolf im Jahr 1976 streng unter Schutz gestellt und die Populationen erholten sich. Der Wolf breitete sich durch den neu erlangten vollkommen Schutzstatus wieder aus, über den den gesamten Appenin. Bereits um 1983 pflanzten sich Wölfe nördlich von Genua wieder fort. 1987 wurde erstmals wieder ein Wolf in den italienischen Alpen nachgewiesen, 1992 in den französischen Alpen und heute ist er in Südfrankreich und fast ganz Italien anzutreffen (Ausnahme Poebene und Inseln). Über die tatsächlich verhandene Zahl von Wölfen gibt es nur Schätzungen, an die 2000 Wölfe soll es Italienweit geben. Seit 2010 sich einzelne Wölfe auch in Südtirol wieder heimisch und bereichern die Natur. Im Jahr 2016 halten sich in ganz Südtirol 2 Wölfe auf.

Ihr Lebensraum sind die Wälder und auch die alpinen Landschaften. Der Rückkehr des Wolfes stellt eine der wenigen Erfolgsgeschichten im Artenschutz dar. Der Wolf ist als Raubtier, das am Ende der Nahrungskette steht, von großer Bedeutung für das Ökosystem.wolf Es ist erwiesen, dass Wölfe aktiv dazu beitragen, dass Wildtierbestände vitaler werden und Ökosysteme natürlich im Gleichgewicht gehalten werden. Entgegen Berichten der Presse, in denen der Wolf oft als Gefahr für Nutztiere dargestellt wird, ernähren sich Wölfe von fast ausschließlich von Wildtieren. Im Bundesland Sachsen, in dem der Wolf schon länger wieder heimisch ist, belegen Untersuchungen, dass der Wolf vor allem Jagd auf ausgewachsene Rehe und auf junge Hirsche macht. Rehe machen 50 % und Hirsche 20% der Nahrung aus. In Sachsen gibt es große Wildschweinbestände, 18% der Nahrung machen diese Tiere aus. Der Wolf jagt auch im Hochgebirge, Gemsen und Steinböcke werden Beute des Wolfes. Wildschweine werden in den Alpen nur ausnahmsweise gefressen, da es nur wenige Wildschweine in den Alpen gibt.

Der Wolf nimmt eine zentrale Stellung in der Nahrungskette des Waldes ein und ist für einen funktionierenden Wald unentbehrlich. Die Ausrottung des Wolfes in der Vergangenheit hat ganze Landschaften verändert: Was mit einem Lebensraum passiert, wenn seine Bewohner an der Spitze der Nahrungskette verschwunden sind, lässt sich auf der schottischen Insel Rùm beobachten. Vor 500 Jahren war die Landschaft von Wäldern geprägt, Wölfe fanden reiche Beute.

Dann kam der Mensch und rottete den Wolf aus. Mit ihm verschwanden nach und nach die Wälder, heute ist Rùm eine Graslandschaft. Als der Wolf ausstarb, konnten sich seine Beutetiere, die Rehe, unbegrenzt vermehren und junge Bäume fressen. Die alten Bäume starben im Lauf der Zeit, ohne dass neue nachgewachsen waren. „Niedergang der Nahrungskette“ bezeichnen Wissenschaftler diesen Sachverhalt. Die Einflüsse von Raubtieren auf einen Lebensraum und die Qualität des Lebensraums dürfen nicht unterschätzt werden.

Viele Wälder in Südtirol leiden unter zu hohen Rotwildbeständen, der Wolf ist ein effizienter Jäger und für die Waldverjüngung und Waldgesundheit ein wichtiges Glied. Lesenswert:

https://chwolf.org/woelfe-kennenlernen/oekosystem/wolf-als-teil-des-oekosystems

https://www.bluehendesoesterreich.at/woelfe-in-oesterreich/

Im Vergleich zu manchen anderen Population des Wolfs bevorzugt der Italienische Wolf kleinere Huftiere als Beute, Reh, Rothirsch und Gämsen. Unter den Haustieren werden auch frei herumlaufende Schafe und Ziegen gefressen. Herdenschutzmaßnahmen können Schäden an Nutztierbeständen verhindern ( http://www.provinz.bz.it/forst/wild-jagd/2878.asp)