Bären in Südtirol

Art: Ursus arctos arctos (Europäischer Braunbär, Unterart arctos)

Schutz: Der Bär ist durch die Berner Konvention, die FFH Richtlinie Anhang II und IV und das Italienische Rahmengesetz Nr. 157 geschützt. Die FFH-Richtline 92/43/EWG verpflichtet zudem die Mitgliedstaaten den Erhaltungszustand der Braunbärenpopulationen zu überwachen und die Forschung und den Informationsaustausch zu fördern.

Lebensraum und Verbreitung:

In den Alpen kommen Bären nur in wenigen Restpopulationen vor, wenige Exemplare im Bereich der nördlichen Kalkpalpen Österreich und im Grenzgebiet zu Slowenien, sowie im und im Umkreis des Naturparks Ademello Brenta im Trentino.

Die Bären der Alpen leben nicht territorial, d. h. sie verteidigen ihren Lebensraum nicht aktiv vor anderen Artgenossen. Weibliche Bären haben kleinere Reviere als männliche Bären, welche weiter umherstreifen. Der männliche Bär Bruno wanderte sehr weit und erlangte Berühmtheit, da er als erster seiner Art nach 170 Jahren der Abwesenheit in Bayern auftauchte, wo er aber nicht willkommen war und abgeschossen wurde. 

Bären benötigen geeigntete Winterquartiere (Höhlen, Erdlöcher usw) zum Überwintern und einen nahrungsreichen Lebensraum, den sie vor allem in artenreichen Mischwäldern und Laubwäldern findern, in denen sie pflanzliche Nahrung und tierische Nahrung zu sich nehmen, sie sind Allesfresser. Ob Frösche, Heidelbeeren, Buchäcker, Fallobst oder Wurzeln von Jungbäumen, die Nahrung ist vielfältig. Bären verfügen über einen ausgezeichnteten Geruchssinn und können Leckerbissen wie Honigwaben über eine weite Distanz riechen und zielgerecht Bienenstöcke ansteuern. Imker können Bären vom Verzehr der Bienenwaben abhalten, indem die Bienenstöcke mit einem Elektrozaun gesichert werden.

Ausrottung und Rückkehr

1930 war der letzte Braunbär Südtirols im Ultental erlegt worden, nach Jahrhunderten der Verfolgung, die zur Ausrottung des Bären in Mitteleuropa und auch in Südtirol führte. Die letzen Bären der italienischen Alpen überlebten im Naturpark Ademello Brenta (3 greise Individuen, die sich nicht mehr fortpflanzten). Die Population schrumpfte immer weiter und der Bär drohte vollkommen auszusterben. Das Projekt “Life Ursus” wurde 1996 ins Leben gerufen, um das Überleben der letzten Braunbären zu sicheren. Die einzige Möglichkeit bestand darin, Bären aus Slowenien im Gebiet anzusiedeln. Es wurden 9 Bären (3 männliche und 6 weibliche Bären) im Naturpark angesiedelt, mit dem mittel- und langfristigen Ziel einer vitalen Bärenpopulation von 40 bis 50 Individuen zu erreichen.

bär

 

Machbarkeitsstudien ergaben, dass die 1700 km² grosse Fläche des Ademello Brenta Gebietes und angrenzender Teile der Provinzen Bozen, Brescia, Verona und Sondrio ausreichen, um eine vitale Bärenpolulation zu beherbgen. 1999 wurden die ersten Bären angesiedelt: Masun und Kirka. Zwischen 2000 und 2002 wurden weitere 8 Tiere eingesetzt. Eine Bärin, Maja wurde eingesetzt, da die Bärin Irma im Jahr 2001 verunglückte und starb.

Zwischen 2002 und 2015 sind durch 48 bekannte Würfe 101 Jungbären geboren worden. Im Jahr 2015 wird geschätzt, dass es im Gebiet des Ademello Brenta und den angrenzenden Gebieten (in Südtirol: Mendel, Ultental, Martelltal) um eine Population von 48 -54Tieren handelt. Namen tragen nur die Bären, welche angesiedelt wurden, alle anderen Bären haben nur noch einen Code von Buchstabe und Zahl, sofern ihre Existenz bekannt ist. Seit dem Jahr 2005 sind Bären mehr oder weniger regelmäßig in Südtirol anzutreffen. Im Jahr 2015 konnten in Südtirol vier verschiedene Bären nachgewiesen werden. Die Bären sind damit in Südtirol wieder heimisch und das Europäische Projekt “Life Ursus” war erfolgreich.

Broschüre Bär:

https://wwfbolzano.files.wordpress.com/2013/05/orsoopu_altoadige_ted_v71.pdf