Hochgebirgsseen und Seesaiblinge

Fische wurden und werden in Gewässer eingesetzt. Davon sind auch nährstoffarme, kalte Hochgebirgsseen, die nur wenige Monate im Jahr nicht mit einer Eisschicht bedeck sind und für Fische extreme und lebensfeindliche Umweltverhältverhältnisse bieten, betroffen.

Der Seesaibling ist eine Art, welche in arktischen Gewässern natürlich vorkommt. In den Alpen kommt er auch vor, doch es ist sehr unwahrscheinlich, dass er eine autochthone und natürlich vorkommende Art in den Südalpen ist. 

Zum Management des Seesaiblings in den Südlichen Alpen haben Tiberti und Splendiani eine Studie verfasst (Management of a highly unlikely native fish: The case of arctic charr Salvelinus alpinus from the Southern Alps, Tiberti & Splendiani 2018) und einige Punkte werden hier wiedergegeben:

Als Ergebnis von historischen Besatz werden einige Alienarten fälschlicherweise als natürlich vorkommend eingestuft. Der Seesaibling (Salvelinus alpinus) soll als Relikt der letzten Eiszeit in den Alpen überlebt haben, obwohl ein historischer Besatz dokumentiert wurde, welcher dem natürlichen Vorkommen widerspricht. Unabhängig des unsicheren Status ist seine Ausbreitung in den südlichen Alpen, vor allem in ursprünglich fischfreie Gewässer der höheren Stufe das Ergebnis von Bewirtschaftung.

Vieles spricht dagegen, dass der Seesaibling eine natürlich vorkommende, autochthone Art in den Südalpen ist. Nur der Status von zwei Populationen in niederen Höhenlagen ist unsicher und diese könnten natürlich sein. In mehr als 170 Gewässern ist diese Fischart in den Südlichen Alpen (vor allem Südtirol und Trentino- siehe Karte Tiberti & Splendiani 2018) eingesetzt.

Bei Fischbesatz in Bergseen wird oft wenig Bedacht geschenkt:

  1. den negativen ökologischen Auswirkungen
  1. der internationalen Gesetzgebung, welche das Einbringen von nicht- autochthonen Arten in einem Gebiet verbietet (Europäische Komission 1993, 2014, 2016)
  2. viele Seen innerhalb Natura 2000 Gebieten sind spezielle Schutzgebiete und spezielle Gebiete zum Erhalt, ‘special areas of conservation’ und ‘special protection areas’ (Europäische Komission 1992, 2010)

Die ganze Studie ist online verfügbar: https://www.researchgate.net/publication/328891058_Management_of_a_highly_unlikely_native_fish_The_case_of_arctic_charr_Salvelinus_alpinus_from_the_Southern_Alps

In Südtirol wurden Seesaiblinge z.B. in den Spronser Seen in einem Natura 2000 Gebiet eingesetzt, obwohl auch das Naturschutzgesetz Südtirols den Besatz mit nicht heimischen Arten verbietet: „Es ist verboten, gebietsfremde Tiere in der freien Natur anzusiedeln. “

Durch den Besatz mit nicht heimischen Fischen wird der ökologische Zustand der Gewässer im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie ebenfalls verschlechtert. Zur Bewertung der Gewässer werden auch Fische herangezogen und das Vorkommen von führt zu einer schlechteren Bewertung.

Im Nationalpark Gran Paradiso hat der Besatz mit Saiblingen zum Verschwinden von Arten im Naturschutzgebiet geführt und das Ökosystem wurde durch den Besatz verändert. Der Saibling ist ein „Super-Raubtier“ („super-predator“) und hat zum Aussterben von Arten in Hochgebirgsseen geführt. Die Seen wären von Natur aus fischfrei und nur von Wirbellosen und Amphibien wie Grasfröschen besiedelt. Der Besatz mit Seesaiblingen führte zum Aussterben von vielen Tieren des Zooplanktons (z.B. Population von Daphnia pulicaria) und vielen aquatischen Gliedertieren (Coleoptera, Trichoptera, Hydrochara) und ebenso des Grasfrosches. 2013 wurde begonnen, die Gewässer von der Verschmutzung durch Fische zu reinigen und in einem natürlichen Zustand zurückzuführen. Das Projekt Life-Bioaquae zielte seit 2013 darauf ab, die Saiblinge vollkommen aus den Seen zu entfernen und die Art dort zu eliminieren. Durch Elekroabfischung und Netzfischerei wurden Fische entnommen und die Gewässer damit gereinigt, gesäubert und wieder zu dem gemacht, was ein natürliches Gewässer des Hochgebirges sein muss: ein fischfreies Gewässer.

(https://www.bioaquae.eu/index.php/en/the-project/actions/28-eradication-of-non-native-fish-species-from-some-high-altitude-alpine-lakes)

Der Geschäftsführer des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz in Südtirol, Andreas Riedl ist auch Präsident des Vereins FishFirst, auf dessen Internetseiten die Fischfauna der Hochgebirsseen so beschrieben wird: „Das typische Fischarteninventar der Hochgebirgsseen setzt sich aus dem Seesaibling und der Elritze zusammen. Daneben werden viele dieser Gewässer mit Bachsaiblingen, Regenbogen- und Bachforellen für die Angelfischerei besetzt. Schließlich runden Mühlkoppe und Schmerle in seltenen Fällen das Artenspektrum im Hochgebirge ab.“ Abgerundet ist mit einem derartigen Besatz eine Fischplatte oder Fischsuppe, jedoch kein Hochgebirgssee.

Der Südtiroler Fischschutz kollidiert mit dem Schutz der Ökosysteme von Hochgebirgsseen, welche von Natur aus fischfrei sind.

Die Wiederherstellung natürlicher Lebensgemeinschaften in den Gewässern und die Renaturierung von Hochgebirgseen durch Entnahme und Eliminierung der Fische ist für den Gewässerschutz und die Biodiversität notwendig.

In der Roten Liste Italiens ist der Seesaibling nicht eingestuft, doch es wird die Bedrohung beschrieben: Gewässerverschmutzung, Excessive und unkontrollierte Fischerei, genetische Verschmutzung, Konkurrzenz mit eingeführten Arten usw.

Minacce

Principali minacce

Inquinamento delle acque; pesca eccessiva e incontrollata; inquinamento genetico dovuto all’introduzione di individui provenienti da popolazioni alloctone; competizione e predazione ad opera di specie introdotte (Zerunian 2003).
Pur essendo presente in un numero limitato di ambienti, è attivamente ricercata dai pescatori sportivi. Per compensare le catture vengono eseguiti interventi di ripopolamento, spesso con materiale di origine alloctona.

 

 

Biodiversität Fische

1.) Biodiversität Fische

Fische sind mit über 32.000 beschriebenen Arten (Rundmäuler, Knorpel- und Knochenfischen) eine artenreiche Tiergruppe, aber nur ein Viertel davon kommt in Süssgewässern vor. Tropische Gewässer (z.B. Salzwasserfische der Korallenriffe, Süsswasserfische tropische Seen) sind sehr artenreich.  Der Tanganjikasee in Afrika beherbergt eine Vielzahl endemischer Arten (allein 180 Cichlidenarten), also Süsswasserfischarten, die es nur dort gibt.

Das größte Korallenriff der Erde, das Great Barrier Rief, ist Lebensraum von geschätzten 1500 Arten, darunter Walen, Delphinen oder Clownfischen.

Im Mittelmeer gibt es an die 700 Fischarten, in den Meeren Italiens an die 580 Arten. Die Überfischung ist eine der größten Gefahren für die Fischfauna.

Für die Biodiversität der Fische in den Binnengewässern ist der Besatz mit Fischen neben den allgemeinen Gefährdungsfaktoren wie Gewässerverschmutzung und Lebensraumbeeinträchtigung das grösste Problem. Ein berühmtes Beispiel für den Kallaps des Ökosystems und der Artenvielfalt ist der Fischbesatz im Viktoriasee in Afrika. Der Nilbarsch wurde eingesetzt und vermehrte sich rasant. 400 Fischarten starben im See dadurch aus und der See eutrophierte.

Mehr neue Arten- weniger Biodiversität

Es klingt paradox, doch bedeutet mehr Arten nicht mehr Biodiversität. Bei Fischen wird dies besonders deutlich. Neue Arten kommen hinzu und es gibt mehr Fischarten, doch die Biodiversität wird auf allen drei Ebenen negativ beeinträchtigt.

Naturschutzgebiet Kalterer See: die Fischfauna ist stark verändert und Graskarpen schwimmen im See, welche das gesamte Ökosystem gefährden
Naturschutzgebiet Kalterer See: die Fischfauna ist stark verändert und Graskarpen schwimmen im See, welche das gesamte Ökosystem gefährden

 

Biodiversität beinhaltet die genetische Vielfalt, die Artenvielfalt und die Vielfalt der Ökosysteme.

Der Besatz- bzw. Fehlbesatz mit Fischen bedroht alle drei Ebenen der Biodiversität:

  1. die genetische Vielfalt
  2. die Artenvielfalt
  3. die Öksysteme

1.) Genetische Vielfalt und Artenvielfalt der Fische

Generell können neue Fischarten (Neozoen= Alienarten= allochthon), welche in einem Gebiet neu hinzukommen, negative Auswirkungen auf ursprünglich vorhandene Arten haben, sei es durch Konkurrenz um Nahrung und Lebensraum, Frassdruck oder als Überträger von Krankheiten. Neozoen können die Nischen einheimischer Arten besetzen und wenn sie konkurrenzstärker oder weniger spezialisiert sind als die heimischen Arten, können sie diese aus ihrem Lebensraum verdrängen.

Regionale Fisch-Neozoen sind Fischarten, die nur in bestimmten Flusseinzugsgebieten oder stehenden Gewässern natürlich vorkommen und in andere Flusseinzugsgebiete oder Gewässer eingesetzt wurden. Sie können in einem Staat heimisch und natürlich vorkommend sein, jedoch begrenzt auf ein bestimmtes Gebiet. Zu diesen regional gebietsfremden Arten gehören in in Deutschland und Österreich z.B. Welse in der Elbe oder Zander und Rapfen im Rheineinzugsgebiet sowie Maränen in zahlreichen Seen. In Südtirol ist die Bachforelle, die häufigste Fischart in Südtirols Gewässern, kein natürlich vorkommender Fisch, sondern gehört zu den Neozoen. Die Bachforellen gehen auf Besatz von atlantischen Bachforellen zurück und diese Fische sind daher Neozoen oder Alienarten in Südtirol und Italien. In Gewässern, die in den Atlantik münden, sind dieselben Fische keine Neozoen oder Alienarten und keine Gefahr für andere Arten oder das Ökosystem. In Italien und Südtirol jedoch sind sie eine Gefahr für das natürliche Erbe und die Biodiversität.

Bereits 1991 wurde geschätzt, dass in den USA 44 Fischarten durch das Ausbringen gebietsfremder Arten gefährdet sind und 27 von 40 nachgewiesenen Aussterbeereignissen seit 1890 wahrscheinlich durch Neozoen verursacht wurden. Aktuelle Daten beziffern die Anzahl der durch Neozoen gefährdeten Fischarten in den USA auf 56, das entspricht fast 49 % aller gelisteten Arten. Auch in Kanada werden für 26 von 41 gefährdeten Arten Neozoen als wichtige Gefährdungsursache genannt, für 14 Arten sogar als die wichtigste Ursache. Invasive Arten gelten insgesamt nach Lebensraumverlust als zweitwichtigste Gefährdungsursache für kanadische Süßwasserfische. In Italien gelten Neozoen als drittwichtigste Gefährdungsursache für Süsswasserfische und die genetische Verschmutzung der Fischfauna Italiens ist eine ernste Bedrohung für Italiens Fischfauna.

In der Broschüre BIODIVERSITÄTS-STRATEGIE ÖSTERREICH 2020+ im Jahr 2014 vom Bundesministerium für LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT steht geschrieben: “Laut Roter Liste sind 65 % der österrechischen Fischarten einer Gefährdungskategorie zugeordnet. Die Fischerei, die in Österreich vor allem als Freizeitfischerei Stellenwert hat, beeinflusst durch den Besatz und Entnahme das gewässertypische Artenspektrum der aquatischen Biozönosen.“ So schwimmen z.B. in Seen des Salzkammergutes Bachsaiblinge, Regenbogenforellen oder Aale, welche dort nicht natürlich vorkommen.

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Die meisten Flüsse und Bäche Österreichs liegen im Einzugsgebiet der Donau mit der autochthonen Donauforelle. Diese Forellen sind jedoch in Österreichs Bächen bis auf wenige letzte Bäche, in denen es nie Fischbesatz gab und welche isoliert sind, nicht mehr vorhanden. Bachforellen vom Atlantischen Typ wurden im letzten Jahrhundert massenhaft eingesetzt. In der Schweiz kommen in den Einzugsgebieten der Flüsse verschiedene Forellenarten vor: im Rhein-Einzugsgebiet ist die atlantische Forelle (Salmo trutta) heimisch, im Rhone-Einzugsgebiet des Jura findet man die Doubs- oder Zebraforelle (Salmo rhodanensis), im Donau-Einzugsgebiet kommt die Donauforelle (Salmo labrax) vor und für das Po- und Etsch-Einzugsgebiet wurden zwei Arten beschrieben – die Trota Fario (Salmo cenerinus) und die Marmorataforelle (Salmo marmorata).

Durch Besatz mit Fischen tritt das Problem der Hybridisierung zwischen den Arten auf. Durch Fischbesatz sind die einst räumlich getrennten Fischarten heute im selben Gewässer zu finden. Diese Arten verpaaren sich und bilden Hybride. Viele Gewässer wurden und werden mit Fischen aus Brutanstalten besetzt, mit Forellenarten, welche in den Einzugsgebieten gar nicht natürlich vorkommen. Leider wurden und werden Seen und Fliessgewässer mit Fischen aus anderen Seen, Einzugsgebieten oder sogar dem Ausland besetzt. Dadurch sind lokale Forellenarten hybridisert oder in vielen Gewässern gar ausgestorben.

Auch die Artenvielfalt der Gattung Coregonus in der Schweiz hat durch Hybdridisierung abgenomen, 40% der Felchenarten sind in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen. In vielen sauberen Alpenseen finden sich heute Hybidpopulationen von Felchen (Werner Doenni, 2013), die genetische Vielfalt und die Artenvielfalt ging verloren. Die Schweiz hat ihren Reichtum an Fischarten durch Fischbesatz und Fehlbesatz eingebüßt. Mindestens 40 verschiedene Felchenarten bewohnten ursprünglich die Schweizer Seen. Heute sind es nur noch 25 Arten. Mit genetischen Analysen konnten auch bereits ausgestorbene Arten bestimmt werden, die nur noch konserviert in Sammlungen vorhanden sind (Quelle: Vonlanthen et al. 2012). Die Artenvielfalt endemischer Felchen der Schweiz hat stark abgenommen. Lange Zeit wurde die Artenvielfalt der Felchen der Schweiz nicht erkannt. Die unterschiedliche Größe, ihre unterschiedlichen Laichzeiten usw. waren bekannt, jedoch wurden die einzelnen Arten erst spät als solche erkannt. Inzwischen ist es bereits zu spät für die vielen Arten, welche bereits hybdridisert oder ausgestorben sind.

Schlussendlich sterben dadurch Arten aus. Eine bekannte weltweit ausgestorbene Art duch Besatz mit Neozoen (Bundesamt für Naturschutz- Skripten 279,
2010)
ist der Bodenseetiefseesaibling (Salvelinus profundus), eine endemische Art des Bodensees. Einige Exemplare konnten jedoch wieder nachgewiesen werden und die Art scheint noch nicht vollständig ausgestorben zu sein.

In Deutschland sind durch Besatz mit allochthonen Arten die endemischen Maränenarten (Coregonus spp.) der Alpen- und Voralpenseen sowie des Stechlinsees (Brandenburg) und des Breiten Luzin (Mecklenburg-Vorpommern) gefährdet (FREYHOF 2002).

Für Österreich führt MIKSCHI (2002, 2005) 25 gebietsfremde Fischarten für Österreich auf, von denen 12 als etabliert eingestuft wurden.

Einige der Fischarten sind als invasive Neozoen eingestuft. Für Deutschland sind folgende Arten invasive Neozoen: Sibirischer Stör, Amurgrundel, Fettköpfige Elritze, Schwarzer Katzenwels, Brauner Zwergwels, Schwarzmundgrundel, Graskarpfen, Regenbogenforellen

In Italien gibt es 48 indigene, natürlich vorkommende Fischarten, von denen 22 endemisch oder subendemisch sind, also nur in Italien vorkommen. 

Die Gefährdungsursachen der heimischen Fischfauna Italiens sind:

  1. Beeinträchtigung des Lebensraumes
  2. Wasser-Verschmutzung
  3. Fremde Arten (allochthone Arten, Hybridisierung, Neozoen)
  4. Nutzung (Nahrungserwerb, Freizeit)

(Smith und Darwall, 2006)

Die Ursachen (Zerunian 2003) für den kritischen Zustand, in welcher sich Italiens Fischfauna befindet, sind:

  • Lebensraumveränderung
  • Gewässerverschmutzung
  • Besatz mit Alienarten
  • excessive Fischerei und illegale Fischerei
  • genetische Verschmutzung

Der illegale Besatz mit Fischen, z.B. Graskarpfen im Völser Weiher in Südtirol, beeinträchtigt nicht nur die Fischfauna, sondern gefährdet das gesamte Ökosystem des Gewässers und kann sogar zur Bildung toxischer Blaualgen führen. 

Graskarpfen
Graskarpfen, invasive Neobiota, im Naturschutzgebiet Kalterer See- sie gefährden die dortigen Wasserpflanzen wie Seerosen.

 

Der Besatz mit Neozoen ist der drittwichtigste Grund für den schlechten Zustand, in dem sich die Fischfauna Italiens befindet. Die Fischfauna wird durch Besatzmaßnahmen der Sportfischerei und die excessive Fischerei gefährdet. Dazu kommt die genetische Verschmutzung der Gewässer. Fische aus anderen Einzugsgebieten werden in Italiens Gewässer eingesetzt und die Fischbestände sind dadurch nicht mehr genetisch rein.

Neben den 48 autochthonen Fischarten kommen weitere 38 nicht heimische Arten (Alien- Arten, Neozoen), von denen 13 weit verbreitet und etabliert sind (Zerunian 2003), in Italien vor. Zu diesen 13 Arten gehört auch die Bachforelle von atlantischen Stämmen. Die Homogenisierung von regionalen Faunen und Floren durch gebietsfremde Arten wird zunehmend als Problem und Element des globalen Wandels diskutiert insbesondere für Fischgemeinschaften. Fische Italiens enthalten das gegenetische Material nicht- heimischer Fischpopulationen. Betroffen sind Rotaugen, Barben, Hechte und viele andere Arten. Diese genetische Verschmutzung der Gewässer gefährdet den Fortbestand der heimischen Fischfauna. 

Rutilus, Gattung Rotauge- genetische Verschmutzung
Rutilus, Gattung Rotauge

Um der negativen Entwicklung entgegenzuwirken, wurden für einige Arten von großem Naturschutzinteresse Vorschläge unterbreitet, um ein Aussterben eines wesentlichen und gewichtigen Bestandteils der Fischfauna Italiens entgegenzuwirken. Zu diesen wichtigen Arten Italiens gehören u.a.: Oberitalienisches Neunauge, Adriatischer Stör, Mittelmeer Bachforelle, Marmorierte Forelle, Gardaseeforelle.

sopratutto per motivi legati alla pesca sportiva hanno avuto e hanno luogho spostamenti di pesci dall´ una all´altra regione…rappresenta la quarta causa di minaccia per pesci d´ aqua dolce italiani;.. Si vuole poi evidenziare, che il fenomeno dell` „inquinamento genetico“ e` in aumento, e non riguarda piu` solo taxa come del genere salmo, ma anche Thymallus, Esox, Barbus e Rutilus.“ Ministero dell´ Ambiente della Tutela del Territorio e del Mare, L´impatto delle specie aliene sugli ecosistemi: proposte die gestione, verso la Strategia Nazionale per la Biodiversita´, marzo 2009

Schleie im Kalterer See- natürlich vorkommende Fische in den Gewässern Südtiorls sind extrem selten
Schleie im Kalterer See- natürlich vorkommende Fischarten in den Gewässern Südtirols sind die Ausnahme, die meisten Arten wurden eingesetzt.

 

Der Besatz und Fehlbesatz mit nicht heimischen Fischen ist eine genetische bzw. biologische Verschmutzung der Gewässer. Natürlich vorkommende subendemische Fischarten, wie die Marmorierte Forelle und endemische Fischarten, wie die Gardaseeforelle, werden dadurch gefährdet.

E´ a nostro avviso urgente un adeguamento della normativa, con il divieto esplicito di introduzione di pesci alieni e di effettuare ripopolamenti con materiale raccoloto in natura. E` poi necessario sperimentare forme di contenimento delle specie aliene che minacciano maggiomente la fauna ittica indigena, ormai naturalizzate in molti fiumi e laghi d´ Italia.“ Ministero dell´ Ambiente della Tutela del Territorio e del Mare, L´impatto delle specie aliene sugli ecosistemi: proposte die gestione, verso la Strategia Nazionale per la Biodiversita´, marzo 2009

Besonders betroffen vom Besatz mit Neozoen ist die Provinz Bozen: in Südtirol wurden und werden Gewässer massenhaft mit Bachforellen (Salmo trutta) besetzt. Sogar in Gewässern, in welchen sich die Bachforelle natürlich fortplanzt und große Populationen bildet, wurden und werden Bachforellen eingesetzt. Jedoch ist die Bachforelle keine heimische Fischart in Südtirol. Die Marmorierte Forelle (Salmo marmoratus) ist der einzige heimische Vertreter der Gattung Salmo in Südtirol und durch großflächigen Besatz mit allochthonen, nicht heimischen Fischarten (v.a. Salmo trutta fario, Salvelinus fontinalis und Oncorhynchus mykiss) sind die Bestände der Marmorierten Forelle in den letzten hundert Jahren deutlich zurückgegangen und teilweise sogar verschwunden. Die Marmorierte Forelle kreuzt sich mit der Bachforelle, sie hybridisert. Genetisch reine Marmorierte Forellen gibt es in Südtirol heute keine mehr, und nicht nur dort, sondern im ganzen Verbreitungsgebiet der Marmorierten Forelle. Die genetische Vielfalt hat dadurch abgenommen und die Artenvielfalt ist bedroht. Auch Äschen Südtirols sind genetisch nicht rein, ihr Erbgut enthält auch Sequenzen von Äschen des Rheingebiets, aus Skandinavien oder aus dem Balkangebiet.

Bachforelle in Südtirol- keine heimische Fischart und Gefahr für Marmorierte Forellen
Bachforelle in Südtirol- keine heimische Fischart und Gefahr für Marmorierte Forellen

Die Zahl der Fischarten hat in der Provinz Bozen durch Fischbesatz zugenommen und zahlreiche neue Arten, darunter invasive Neobiota schwimmen in Südtirols Gewässern. Einige Beispiele: 

  • Forellenbarsch: diese aus Nordamerika stammende Art ist in Südtirol in den Montiggler See, dem Kalterer See und dem Völser Weiher eingesetzt worden.
  • Sonnenbarsch: diese aus Nordamerika stammende Art ist in Südtirol in den Montiggler See und dem Kalterer See eingesetzt worden
  • Zander: diese aus Osteuropa stammende Art wurde im Kalterer See und im Fennberger See eingesetzt.
  • Graskarpfen: dieser aus China stammende Fisch wurde seit 1970 in Seen wie dem Kalterer See, Montiggler See und den Unterackerlacken bei Sterzing eingesetzt (illegal auch z.B. im Völser Weiher)
  • Karausche: gängiger Fisch der Besatzwirtschaft
  • Bachsaibling: der aus Nordamerika stammende Bachsaibling hat sich vielerorts etbliert
  • Regenbogenforelle: die aus Nordamerika stammende Regenbogenforelle hat sich vielerorts etabliert
  • Seesaibling: viele ursprünglisch fischfreie Hochgebirgsseen wurden mit Seesaiblingen besetzt

Notwendig auch in Südtirol wäre ein Verbot der Einbringung von nicht heimischen Fischarten (= Alien- Arten, Neozoen) und der Schutz der natürlich vorkommenden Arten, wie der stark gefährdeten Marmorierten Forelle durch ganzjährige Schonung.

In Südtirol gibt es einige, welche glauben der Seesaibling wäre ein natürlich vorkommender Fisch in Südtirol. Seesaiblinge gehen jedoch auf Besatz zurück http://biodiversitaet.bz.it/tag/seesaibling/

Auch der hohe Fischereidruck ist ein Problem. Einige Fischarten werden in Südtirol durch ganzjährige Schonung in ihrem Bestand geschützt. „Neben diesem durchaus positiven Entwicklungen allerdings sind auch weniger erfreuliche Trends auszumachen. Mehrere Fischereivereine sowie Bewirtschafter versuchen, den gebietsweise zunehmenden Fischerdruck sowie die Beuteerwartung der Angler durch massive künstliche Besatzmaßnahmen mit fangreifen Maßfischen zu befriedigen.“ (Buch „Fische und Angeln in Südtirol“, Autonome Provinz Bozen, 1998, Athesia Verlag). Der hohe Fischereidruck in den Gewässern Südtirols und die Besatzpraxis wurde bereits 1998 thematisiert und der hohe Fischereidruck und Fischbesatz hält in Gewässern weiter an.

Das Amt für Jagd und Fischerei weist auf seiner Homepage auf den hohen Fischereidruck hin:

In Südtirol gibt es ca. 12.250 Fischer, welche teilweise in einem der beiden großen Fischerverbände (FIPSAS – Landesfischereiverband) organisiert sind. Obwohl die Anzahl an aktiven Fischern momentan stagniert, hat der Fischereidruck in einigen Gewässern die Toleranzgrenze schon überschritten. Deshalb ist die Höchstanzahl der pro Bewirtschaftungseinheit ausstellbaren Jahreskarten weiter eingeschränkt worden.“

Im Buch „Fische und Angeln in Südtirol“, herausgegeben von der Autonomen Provinz Bozen im Jahr 1998 und erschieben im Athesia Verlag ist auch vom Lebensrecht aller Wasserlebewesen die Rede:

“ Es bleibt also nur zu hoffen, dass in Zukunft bei der nötigen Interessensabwägung zwischen wirtschaftlichen Zwängen und den Wünschen der Angler der ökologische Aspekt, das Lebensrecht aller Wasserlebewesen, stärker Berücksichtigung findet. Daneben ist auch ein Umdenken bei den Fischbewirtschaftungsplänen unerlesslich.“

In Südtirol hat sich jedoch wenig getan bei der Änderung der Fischbewirtschaftungspläne. Gewässer sind ein Freizeitgelände für Sportfischer und Hobbyangeler und immer mehr Fischereivereine verdienen auch mit dem Verkauf von Tageskarten Geld. Fischfressende Vögel, wie Kormorane, werden sogar für den Rückgang von Fischen in Gewässern verantwortlich gemacht http://biodiversitaet.bz.it/tag/kormoran/

Fließgewässer werden in der Provinz Bozen revitalisiert bzw. renaturiert und dabei künstliche Strukuren in Fliessgewässern errichtet. „ Ein naturnaher Lebensraum ist Grundvorraussetzung für funktionsfähige Fischbestände“ lautet das Credo des Vereins Fish- First. Tatsache ist, dass die Lebensgemeinschaft der Fische in den Bächen und Seen Südtirols alles andere als natürlich ist. Mehr zur Revitalisierung von Gewässern http://biodiversitaet.bz.it/revitalisierung-wasserrahmenrichtlinie/

2. Artenvielfalt: der Besatz mit Fischen wirkt sich negativ auf die Artenvielfalt aus, z.B. Amphibien und Libellen

Amphibien

Der Besatz mit Fischen in Kleingewässern kann zum vollkommenen Verschwinden von Amphibien führen. Amphibienlarven, Jungtiere und auch ausgewachsene Amphibien werden von Raubfischen wie Flussbarsch oder Forellen aber auch Friedfischen wie Schleie und Rotfedern gefressen.

Von den Amphibien ist einzig die Erdkröte weniger stark betroffen. Eier, Larven und Adulte scheinen bei den Fischen aus geschmacklichen Gründen nicht beliebt zu sein. Bei Futterknappheit und Strukturmangel sind Auswirkungen auf Erdkröten-Population nachgewiesen worden. Grasfroschlarven und -eier werden von vielen Fischarten dagegen häufig und gern gefressen. Gleiches gilt für den Bergmolch. Freischwimmende Larvenarten wie z.B. Kreuzkröte, Gelbbauchunke, Laubfrosch und Molche (Adulte und Larven), sind stark von der Prädation durch Fische betroffen. 

Für den starken Rückgang von Kammmolch und Laubfrosch ist Fischbesatz eine Hauptursache für den Rückgang in Teilen Europas. Lokale Bergmolchpopulationen sind durch den Besatz mit Fischen in Österreich erloschen. Auch der Teichmolch wird durch Fischbesatz gefährdet. Untersuchungen im Schlerngebiet zu Amphibien von F. Glaser ergaben: „Ein starker Rückgang der Amphibienfauna wurde in zwei gewässerreichen Gebieten der Mittelgebirgslage verzeichnet. Die Hauptursachen sind ein massiver Fischbesatz in allen größeren Stillgewässern und fehlende Flachwasser- und Verlandungszonen. In einem Buch über das Vigiljoch berichtet der Autor, dass Bergmolche dort nicht mehr gesichtet wurden, seit Fische eingesetzt wurden. Ob in diesem geschützen Biotop noch Frösche vorkommen, ist ungewiss.

geschütztes Biotop Schwarze Lacke am Vigiljoch, durch Fischbesatz sind Bergmolche lokal ausgestorben
geschütztes Biotop Schwarze Lacke am Vigiljoch- durch Fischbesatz sind Bergmolche lokal ausgestorben

Libellen

Libellen werden durch Fischbesatz gefährdet und Arten gehen in den Gewässern verloren. In grösseren, gut bewachsenen stehenden Gewässern koexisitieren Libellen, mit verschiedenen Fischarten in geringer Dichte. Werden jedoch Fische – insbesondere Karpfenartige – in Kleingewässer eingebracht, vermehren sie sich rasch und fressen einen Grossteil der Amphibienbrut und der wirbellosen Tiere. Arten sterben lokal aus und die Biodiversität im Gebiet nimmt ab.

In dicht besetzten Weihern hungern die Fische derart, dass sie alles Verfügbare fressen. Wühlende Fischarten trüben das Wasser und beeinträchtigen die Wasserqualitiät.
Libellenlarven von Arten, die mit Fischen zusammenleben, besitzen lange Stacheln und Rückendornen am Hinterleib. Die spitzen, starken Rückenstacheln der Zierlichen Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis) bereiten den Fischen beim Fressen Schwierigkeiten. Die Grosse Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) hat nur schwache Dornen und exponiert sich als tagaktive Larve, was sie für Fische zu einer leichten Beute macht. Sie ist an eine Koexistenz mit Fischen schlicht nicht angepasst.
In einer Langzeitstudie in der Schweiz (Wildermuth, 2011) wurde aufgezeigt, dass in Gewässern mit Elritzen und Goldfischen die Anzahl an Libellenarten und deren Entwicklungserfolg signifikant geringer ist als in fischfreien Gewässern.

Für den Rückgang von Libellen in Bayern sind die Nutzungsintensivierung von Fischteichen und der Fischbesatz in Angelgewässern wesentlich verantwortlich.

In Südtirol wurde darauf hingewiesen, dass ein zu hoher Fischbesatz für eine reichhaltige Libellenfauna (und viele andere Gewässerbewohner) „ungünstig“ ist (Broschüre Libellen).

3. Ökosysteme- Der Besatz mit Fischen wirkt sich negativ auf Ökosysteme aus

Der Fischbesatz kann Ökosysteme verändern und zum Aussterben von Tierarten in Gewässern führen. Ein Bespiel dafür ist etwa der Besatz von Hochgebirgseen mit Saiblingen, im Nationalpark Gran Paradiso sind in einigen Gewässern Amphibien- und Insektenarten in den Seen des Nationalparks ausgestorben, weil Seesaiblinge eingesetzt worden waren. 2003 wurde damit begonnen, die Saiblinge aus den Gewässern zu eliminieren und die Gewässer wurden damit von der genetischen bzw. biologischen Verschmutzung gereinigt.

Stehende Gewässer sind geschlossene Ökosysteme. Werden in kleinere Gewässer Fische eingesetzt so werden die Gewässer verändert. Vielfach kann beobachtet werden, wie durch den Besatz mit Fischen die Wasserqualtität schlechter wird: Gewässer werden trüb und die Sichttiefe des Wassers nimmt ab. Aus Gewässern mit klarem Wasser können trübe Brühen werden.

Alter Wasserspeicher gespeist mit klarem Quellwasser ohne Fische:

 

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glasklares Wasser im Wasserspeicher- idealer Lebensraum für Libellen und andere Wasserinsekten
glasklares Wasser im Wasserspeicher- idealer Lebensraum für Libellen und andere Wasserinsekten

 

Alter Wasserspeicher gespeist mit klarem Quellwasser und Fischbesatz:

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Fische wurden in den Wasserspeicher gesetzt und das Wasser ist verschmutzt
Fische wurden in den Wasserspeicher gesetzt und das Wasser ist verschmutzt

 

Die Änderung der Wassertrübung durch Besatz von Fischen ist lange bekannt, In einer Serie klassischer Experimente konnten Carpenter und Kitchell in mehreren nebeneinander liegenden kleinen Seen trübes Wasser mit hohem Phytoplanktongehalt oder klares Wasser mit wenig Phytoplankton dadurch erzeugen, dass sie die Dichte der Raubfische (die selbst andere Fische, aber kein Plankton fressen), erhöhten oder verminderten (Stephen R. Carpenter, James F. Kitchell: Consumer Control of Lake Productivity. In: BioScience. Vol. 38, No. 11 (How Animals Shape Their Ecosystems), 1988, S. 764–769.) Ähnlich wie Raubfische können auch fischfressende Vögel Fischpopulationen in Gewässern reduzieren. Kormorane, Graureiher, Gänsesäger usw. tragen damit auch zur Sauberkeit der Gewässer bei.

Karpfen verändert Ökosystem

Bekanntestes Beispiel für die Veränderung des Ökosystems ist der gemeine Karpfen (Cyprinus carpio). Er ist einer der 100 weltweit gefährlichsten invasiven Arten: Der Karpfen ist der dritt häufigste eingesetzte Fisch weltweit. Auf jedem Kontinent, wo er eingführt wurde, hat er die Wasserqualität verschlechtert und aquatische Lebensräume degradiert (http://www.iucngisd.org/gisd/species.php?sc=60) . Er verändert Ökosysteme und hat starken Einfluss auf die Lebensrgemeinschaft des Benthos. Wasserpflanzen sind integraler Bestandteil eines Gewässerökosystems und der Karpfen ist bekannt, diese zu beschädigen.

Karpfen können Algenblüten hervorrufen, da sie Nährstoffe aus den Sedimenten freisetzen und Wasserpflanzen vermindern, welche Nährstoffe aufnehmen.

Karpfen reduzieren die Artenvielfalt an natülich vorkommenden Arten in Gewässern, von heimischen Fischen bis zu Amphibien, Reptilien und Pflanzen.

Graskarpfen fressen Seen leer

Graskarpfen wurden weltweit in Gewässer eingesetzt, oft um Wasserpflanzen zu bekämpfen. Wasserkarpfen können den gesamten Pflanzenbestand in einem Gewässer auffressen und vernichten. Sie verändern dadurch das Ökosystem, die Wasserpflanzen verschwinden. Sie verändern damit auch Nahrungsketten im Gewässer und zerstören Lebensräume (z.B Seerosenbestände). Sie verschlechtern die Wasserqualität, wühlen den Untergrund auf und setzten Nährstoffe frei. Graskarpfen können so die Lebensräume von Wasservögeln negativ beeinträchtigen und Wasservogelarten. Auf natürlich vorkommene Fischarten in den Gewässern haben sie ebenfalls einen negativen Einfluss. ( http://www.iucngisd.org/gisd/species.php?sc=369)

Graskarpfen
Graskarpfen im Kalterer See 2018

 

Besatz mit Fischen gefährdet Tiere der Landökosysteme

Der Besatz mit invasiven Fischarten, wie dem Graskarpfen, hat Auswirkungen auch auf Tierarten wie Wasservögel. Doch nicht nur als invasive Arten eingestufte Fischarten gefährden Ökosysteme. Der Besatz mit nicht natürlich vorkommenden Seeforellen hat in Yellowstone Nationalpark dramatische Auswirkungen auf das Ökosystem.

Die Yellowstone-Cutthroat-Forelle (Oncorhynchus clarkii bouvieri) ist eine Unterart der Cutthroat- Forelle (Oncorhynchus clarkii) in den Gewässerökosystemen des Yellowstone. Um das Jahr 1995 wurden nicht- natürlich vorkommende Seeforellen eingesetzt. Diese setzten sich gegen die heimsiche Forelle durch. Damit geriet nicht nur das Gewässerökosystem in Gefahr, sondern die Auswirkungen betrafen auch Landökosysteme und viele Tierarten, wie Bären, Fischotter, Seeadler. Eine Kettenreaktion trat ein und Fischadler verloren ihre bevorzugte Beute, nämlich Fische, da sich die Seeforelle in tieferen Wasser aufhält. Mehr dazu auf https://www.nationalgeographic.com/environment/2018/07/yellowstone-lake-trout-trumpeter-swan-avian-collapse-animals/